Musikschule Praeludium

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Sonntag, 19. Juli 2015

Außergewöhnliches Sommerkonzert:

Gedichte von Morgenstern vielfältig präsentiert

Endlich war es nach den vielen Monaten des Einstudierens und der gemeinsamen Proben soweit: Kinder spielten, sangen und tanzten Gedichte von Christian Morgenstern.

Am 21. Juli 2015 berichtet der Wiesbadener Kurier über das Konzert: 

  Drei Taunussteiner Kinderchöre singen Gedichte von Morgenstern

 Von Gerhard Dubinyi

WEHEN - Dezimiert durch die Sommergrippe, aber dennoch gefühlvoll, setzten die knapp 30 Mädchen und ein Junge Gedichte von Christian Morgenstern in Lieder um. Seine Galgenlieder machten ihn schon 1905 berühmt. Bei ihrem Sommerkonzert im Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde Wehen traten sie festlich gekleidet auf, die Kinder von den Chören der Neuhofer Sonnenschule, dem Kinderchor des TGV Wingsbach und dem von Grafs Musikschule „Präludium“ Wehen.

Warum singt man ausgerechnet Gedichte von Morgenstern, dem Lyriker, Feuilletonist und Übersetzer, der 42-jährig vor 100 Jahren gestorben ist, also Vertonungen von Wolfgang König? Mit Übermut und Leichtigkeit spielt dieser mit der Sprache und zwingt den Zuhörer mit seinem Witz auf alles gefasst zu sein. Viel Tiefgründiges ist darin verborgen, verpackt mit einer großen Portion Humor. Wolfgang König unterstützt dies mit seiner Musik, die ebenso voller Witz und Überraschung steckt.

Flug in eine andere Welt

Für Kinder sind die Morgensternlieder eine Freude, was bei dem Konzert deutlich zum Ausdruck kam. Für Katrin Graf, die Leiterin der drei Chöre, die auch das Konzert einstudiert hatte, gibt es da nur eine Antwort: „Für das Leben singe ich gerne und das gebe ich an die Kinder weiter.“ Den instrumentalen Ton angegeben haben hierbei Klaus Theisen am Klavier und Claudia Schauß-Lange an der Querflöte. Ohne Mikrofone und Lautsprecher sollten alle die Interpretationen hören können. Deshalb meinte Pastoralreferent Michael Graf eingangs, nicht nur, wie im Flugzeug, die Handys auszuschalten oder auf Flugmodus umzustellen. Letztendlich wies er darauf hin, „wir fliegen jetzt in eine andere Welt, nämlich in die von Morgenstern und somit klingt dies alles auch etwas anders, nach etwas Besonderem“. Singend und frohgelaunt, aber voller Anspannung betraten die jungen Sänger das Gemeindezentrum. Sie fragten, froh singend, frei nach Morgensterns Gedicht. „Die Enten laufen Schlittschuh auf ihrem kleinen Teich. Wo haben sie denn die Schlittschuh her – sie sind doch gar nicht reich?“

Viel Bewegung kam auf die Bühne, als die Interpreten mit Rollkoffern und Handys in der Hand die Besucher in die Bahnhofshalle verführten. Da kam das Gedicht vom Huhn ins Spiel. Mit dem Gesang ihrer weichen Kinderstimmen traten sie von der Bühne ab, kamen aber wieder, um von den Spatzen im leeren Gartenstrauch zu singen.

Bereits todkrank schrieb Morgenstern weiter, was sich auch in seinen tiefsinnigen, ja traurigen Gedichten, wie dem vom besungenen Wolkenbaum, niederschlägt. Die Gedichte bekamen jedoch nicht nur musikalische Prägung, mit denen „wir miteinander in Kontakt kommen“, wie die Leiterin bemerkt, sondern auch eine optische Umsetzung durch das grazile Tanzen der jungen Damen der Taunussteiner Tanz- und Ballettschule Freyraum von Catrin Frey.

  


 

Fotografische Impressionen vom Konzert:

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